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Nur eine Rennschuhlänge fehlte zum ersten Thüringer Sieg |
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Mittwoch, den 16. Juni 2010 um 20:33 Uhr |
Beinahe hätte es geklappt mit dem ersten Heimsieg beim Rundfahrtjubiläum. Die über 2000 begeisterten Wasunger, die heute Nachmittag die Zielgerade an ihrem Karnevals-Paradies in der Bahnhofsstraße säumten, hätten es verdient gehabt.
Am Ende fehlte John Degenkolb gerade mal eine Rennschuhlänge. Nach 148 Kilometern der 2. Etappe, die am Mittag in Bleicherode gestartet worden war, unterlag der 21-jährige Erfurter vom Thüringer Energie Team dem Niederländer Barry Markus im Spurt aus einer 16 köpfigen Spitzengruppe heraus um höchstens 30 Zentimeter. "Schade, dass wir vor dem Zielspurt als Team im Wind völlig auseinander gewirbelt wurden", bedauerte der Schützling von Jens Lang, "so habe ich den Spurt allein von vorn angezogen und der Holländer ist am Ende mit einem Schlenker noch an mir vorbei gehuscht".
Trübsal wollte der frischgebackene U23-Meister trotzdem nicht blasen: "Ein zweiter Platz ist auch etwas, und außerdem haben wir heute sechs Sekunden gut gemacht. Wichtig ist, dass es im Team weiter so stimmt".
Der junge Sieger des Tages überraschte nicht nur Degenkolb, sondern auch seinen Rabobank-Teamchef Arthur van Dongen: "Barry ist mit seinen 18 Jahren einer der jüngsten Fahrer in diesem Weltklassefeld."
Da der Sieger des Vortages Michael Matthews als Achter die Zielline in der Spitzengruppe passierte, verteidigte der Australier das Gelbe Trikot des Spitzenreiters vor seinen zeitgleichen Landsleuten Dennis Rohan und Luke Durbridge.
Bei heftigem Gegenwind und hügeligem Profil hatte zur Hälfte des Rennens ein Quartett mit dem Schweden Andersson, dem Franzosen Bacon, sowie dem Berliner Reinhardt und dem Cottbuser Kahra, das auch in dieser Reihenfolge die große Bergwertung bei Nesselhof passierte, einen Vorsprung von über vier Minuten herausgefahren. Doch als es nach der ersten Zielpassage in Wasungen auf die letzte 26km-Runde durchs Werratal ging, führten die Mitfavoriten vom Thüringer Energie Team und die Vortagssieger aus Australien das langgezogene Verfolgerfeld wieder an die Ausreißer heran.
In der letzten Runde entbrannte auf dem Weg nach Wasungen bei wechselnden Winden hinter dem letzten Anstieg in Oepfershauen eine gnadenlose Jagd, bei der sich das große Feld vor den Toren der Karnevalsstadt auch durch zahlreiche Stürze in mehrere Gruppen zerteilte. Davon wurden leider auch die Thüringer Lucas Schädlich, Jakob Steigmiller und Maximilian May betroffen. Alle drei konnten die Fahrt jedoch mit halbwegs glimpflichen Blessuren fortsetzen.
Die 3. Etappe führt am Donnerstag über 160 km von Wasungen nach Brotterode und ist mit vier Bergwertungen entlang des Rennsteiges gespickt. |