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Kletterspezialist David Rösch gewinnt Bergankunft in Masserberg |
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Samstag, den 19. Juni 2010 um 19:44 Uhr |
Sechs Mal stürmten die 102 Fahrer, die am Sonnabendmittag in Masserberg bei kühlem und windigem Wetter gestartet waren, den Rennsteig hinauf und wieder hinunter. Und als sich der Franzose Edourad Louyest bei der ersten Zielpassage in luftiger Höhe vorzeitig den Titel des Bergkönigs gesichert hatte, intonierte die Feuerwehrkapelle das Rennsteiglied. Doch am Ende der letzten Klettertour ertönte noch am Siegerpodest auf dem Masserberg die deutsche Hymne und der Freiburger David Rösch konnte sich als Held des Tages feiern lassen.
Nach einer couragierten Leistung auf den letzten beiden Runden gewann der 22-jährige U23-Meister und WM-Dritte von 2008 die 139 Kilometer lange Königsetappe der 35. Thüringen Rundfahrt und rollte nach 3:33:19 Stunden allein über die Ziellinie. Sechs Sekunden hinter ihm wurde der Österreicher Riccardo Zoidl Zweiter, und im Duell um Rang drei ließ Spitzenreiter John Degenkolb auf den letzten 1000 Metern noch dem Cottbuser Michel Koch den Vorrang.
17 Sekunden hinter dem Tagessieger nahm der erneut bärenstarke Erfurter seinen ärgsten Verfolgern, den Australiern Timothy Roe und Dennis Rohan, gar noch eine Sekunde ab und geht nun mit vier Sekunden vor Roe auf die Schlussetappe.
Dass die Runde um Hermsdorf keine Kavalierstour nach dem Muster der letzten Tour de France-Etappe wird, bekamen Degenkolb und seine Kumpel vom Thüringer Energie Team schon zu Beginn der 5. Etappe zu spüren. "Das Livestrong Team und die Australier haben schon ab der ersten Bergwertung eine Attacke nach der anderen gefahren", berichtete Teamchef Jörg Werner im Ziel, "und wir mussten mehrfach Löcher zufahren". Gefahr kam auf, als mit dem US-Boy Julian Kyler einer aus Lance Armstrongs Juniorgarde, der in der Gesamtwertung nur eine Minute zurücklag, in einer Spitzengruppe entkommen war. "Da hat sich die ganze Mannschaft richtig reingekniet", freute sich John Degenkolb hinterher, 2und mit der Behauptung des Gelben Trikots will ich meinen Dank an alle abstatten". Was natürlich auch für morgen gilt.
Am Ende des fünf Kilometer langen Ausscheidungsfahrens am Eselsberg bis zum höchsten Punkt nach Masserberg hinauf konnte von einem Hauptfeld keine Rede mehr sein. Einzelkämpfer und Gruppen kamen mit kleineren Abständen an, in der dritten folgte mit Simon Nuber (Erfurt) der an diesem Tag zweitbeste Thüringer Energie-Fahrer.
Vom Pech verfolgt war der Erfurter Jakob Steigmiller, der auf einer Abfahrt hinter Fehrenbach hinab mit einem Polizeikrad kollidierte und durch einen Sturz über 18 Minuten verlor. "Er hat uns im Endkampf gefehlt", bedauerte Jörg Werner, "ich hoffe nur, er kann weiter fahren". Gleich nach der Ankunft nahmen ihn die Energie-Therapeutinnen Kati und Sabine sowie Rennarzt Dr. Christian Geßner unter ihre Fittiche. Zäh wie Jakob ist, wird er wohl auch am Schlusstag in die Eisen steigen.
Die 6. und letzte Etappe der insgesamt 760 Kilometer langen Rundfahrt führt morgen über 146 km rund um Hermsdorf. Und in dieser Gegend soll es ja auch ein paar Berge und Abfahrten geben. |